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    Nikolaus...und ned weihnachtsmann

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    Reiner55
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    RFT Nikolaus...und ned weihnachtsmann

    Beitrag von Reiner55 am Sa 08 Dez 2012, 02:01


    Es war in der ersten Woche im Dezember, als ich dem Nikolaus begegnet bin. Er stand vor seinem Auto und zog sich gerade um. Ich dachte zuerst, es steht einer im Schlafhemd mitten auf der Straße und hat den Schlüssel vergessen. Nun ja, wenn es schnell gehen muss, dann ziehen sich Nikoläuse auf der Straße um.
    Ich fragte ihn im Vorbeigehen: „Sind sie der Weihnachtsmann?“.Ganz entrüstet sah er mich mit seinem weißen aufgeklebten Bart an und antwortete mir in einem barschen Unterton in tiefstem bayrisch: „Na mei Liaba. Des bin i g’wiss ned.“ Und mit doppelter Verneinung wie es ein Bayer zu sagen pflegt, meinte er: „Des war i no nia ned, a Weihnachtmo, eahm schau o. So lang i leb, bin i da Nikolaus, des war bei uns scho imma so. Mit so am neimodischen Weihnachtsmann, do gehst ma. Des kummt ja ois von Drübn rüba. I war scho immer da Nikolaus und des wird a so bleiben.
    Und in Kamin eine kraxeln dua i aa ned. Do brich i mia vielleicht no’s Kreiz. Na, des mach i wirkle ned.
    Und so damische Rennviecha hob i aa ned. I hob mein Oidn VW, der muss no herhoidn. Muass ja ned a jeda glei segn, dass I da Nikolaus bin.
    Wie recht er doch hatte. Er war ein richtiger Nikolaus und ein bayerischer noch dazu. Ein Nikolaus mit einem Rauschebart, einer Bischofsmütze und ….einem VW, so wie sich’s gehört.
    Ich musste laut lachen, wünschte dem halbumgezogenen frierenden Nikolaus noch einen schönen Abend, zog meinen Schal noch tiefer ins Gesicht und machte mich auf meinen Heimweg.

    Weihnachtsmänner gibt es wie Sand am Meer, aber Nikoläuse, die sind rar. Früher waren sie noch in Begleitung vom Krampus. Vor dem hab ich Angst gehabt, bis ich draufgekommen bin, dass das unser Nachbar war. Wer der Nikolaus war weiß ich heute noch nicht. Komisch war nur, dass mein Vater ihn geduzt hat und Sepp zu ihm gesagt hat.
    Ich hab mir alles ernstes mir überlegt, ob ich mich bei einer Agentur mal als Nikolaus vorstellen soll. Ich seh ja vertrauenserweckend aus. Meinen sie nicht. Ein Rentner mit einem Dreitagesbart, den ich zur Not noch weiß anmalen kann, einem kleinen Bauch und Plattfüssen. Aber ich denke, das ist den Kinder wurscht. Hauptsache, sie bekommen ihren Schokolad.
    Und reden wie der Nikolaus, das kann ich auch und nicht so nuscheln, wie so manch einer, der in der Fußgängerzone als Weihnachtsmann verkleidet vor dem Kaufhaus steht und mit seiner roten Glüchweinnase nur noch ein verschnupftes „Ho, Ho, Ho“ aus seiner Kehle zu intonieren vermag.

    Fröhliche Weihnachten.



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